Wie Vertreibung aus Jerusalem passieren kann

via Mohammed Al Kurd & Jewish Voice for Peace

So sieht ein Haus aus, das von einer israelischen Siedlerorganisation in Sheikh Jarrah, Jerusalem, gestohlen wurde. Die Geschichte dahinter:
Die Häuser von Ghawi (& Hannoun — hier nicht abgebildet) wurden ursprünglich von einer Siedlerorganisation im Jahr 2002 gestohlen — während der 2. Intifada, als Israel Massaker Jenin & Nablus beging.
Die Siedler, die von den israelischen Streitkräften geschützt wurden, übernahmen das Haus von Ghawi, noch bevor das Besatzungsgericht ein Urteil fällte. Anschließend verkauften sie “die Rechte an dem Grundstück” an eine andere Siedlerorganisation: Nahalat Shimon — ein in den USA ansässiges Unternehmen, das einem Amerikaner gehört. (Es ist erwähnenswert, dass keine der beiden Organisationen Land in Sheikh Jarrah besitzt, dennoch weigern sich die Gerichte, ihre Dokumente anzufechten oder zu beglaubigen).

Das Haus der Familie Ghawi, von Siedlern gestohlen — & das nicht nur einmal.

Nahalat Shimon schlug ein Projekt zum Bau von 250 Siedlungseinheiten auf den Trümmern der Häuser von Sheikh Jarrah vor — natürlich genehmigten die israelischen Behörden dieses Projekt. Im Jahr 2006 empfahl der Anwalt der Familie, in ihre Häuser zurückzukehren & begründete seinen Rat mit der Unhaltbarkeit der Ansprüche der Siedler. Und so kehrten die Familien zurück. (Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine Siedler eingezogen). Es dauerte nicht lange, bis die Siedlerorganisationen wieder da waren. Die Familien waren erneut von Enteignung bedroht (nachdem sie 1948 während der Nakba & 2002 zu obdachlos gemacht worden waren). Im Jahr 2008 entschieden die Gerichte, sie gewaltsam zu vertreiben, was eine Solidaritätskampagne auslöste, die ein Jahr lang dauerte. Im August 2009 wurden die Ghawis (& Hannouns) auf die Straße geworfen. Zu ihrer Überraschung stellte sich heraus, dass viele der “Solidaritätsaktivisten”, die sie angeblich beschützen sollten, zu einer berüchtigten israelischen Geheimdiensteinheit namens Musta’ribeen gehörten, die vorgeben, Palästinenser zu sein & zu Gewalt aufstacheln. Die Musta’ribeen unterstützten die israelischen Streitkräfte & die bewaffneten Siedler bei der Durchführung der Vertreibung. Die Familien lebten monatelang in einem Zelt vor ihrem Haus.
Diesen Mai droht der gesamten Nachbarschaft das gleiche Schicksal. Und letztlich auch ganz Jerusalem.

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